Verdammter Schiss! :-(
Geschrieben: 09 März 2009 08:34 PM   [ Ignorieren ]
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Hallo!

Ich habe 2008 einen AFF-Kurs begonnen. Den habe ich jedoch nach einigen Sprüngen (ich war schon solo in der Luft) einfach abgebrochen. Jedes mal, wenn es in die Luft ging, bekam ich immer mehr schlaflose Nächte und schwitzige Hände. Irgendwann hat es sich so aufgestaut, dass ich vom Kopf her nicht mehr Springen konnte. Jetzt habe ich von chronistin folgendes gelesen (und mich deshalb auch hier angemeldet):

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*aufzeig* Ich war beim ersten Sprung geradezu unvernünftig angstfrei. Aber frag mich bloss nicht danach wie ich mich bei Sprung 2 bis 17 gefühlt (und aufgeführt) habe… smile Mein Glück, dass ich da schon wusste, dass ich es unbedingt will.
:::

Ich würde aber gerne danach fragen. Heute reizt es mich schon wieder das nochmal zu probieren. Wenn ich nicht jetzt schon wieder diese Angst hätte. :-( Habt ihr das auch gehabt? Wie seid ihr damit umgegangen? Was habt ihr gemacht? Ich würde so gerne wieder damit anfangen.

Servus
Dante

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Geschrieben: 09 März 2009 08:48 PM   [ Ignorieren ]   [ # 1 ]
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Weißt du den WOVOR du Angst hast? Ist es etwas bestimmtes? Ich kann dazu jetzt leider nichts sagen, hatte vor jedem meiner Sprünge eigentlich keine Angst (wer weiß warum??). Versuche dich einfach zu entspannen und fang auf jeden Fall wieder an grin

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Geschrieben: 09 März 2009 09:15 PM   [ Ignorieren ]   [ # 2 ]
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Das ist es ja. Ich weiß eigentlich nicht wovor. Das Hirn spinnt. Ich bin beim Flug konzentriert, gehe alles durch und durch. Und dann kommt diese verdammte Anspannung immer stärker. Beim Sprung selbst ist dieses Gefühl weg. Auf dem Boden angekommen, spätestens Abends im Bett liege ich wieder wach. Und ich bin eigentlich nicht ein Angsthase.

Oh man.

Servus
Dante

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Geschrieben: 09 März 2009 09:45 PM   [ Ignorieren ]   [ # 3 ]
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Fang wieder an und mach einfach 20-30 Sprünge. Ich denke irgendwann verfliegt die Anspannung vielleicht einfach.  Mach im Flieger ein paar Witze oder unterhalte dich mit ein paar anderen Springern. Versuche nicht an die Anspannung zu denken, also mach es einfach so als wenn du dich von einem Schmerz ablenken willst. Könnte mir vorstellen dass das klappen könnte. Keine Ahnung bin kein Psychologe wink

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Geschrieben: 09 März 2009 10:55 PM   [ Ignorieren ]   [ # 4 ]
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dante - 09 März 2009 07:15 PM

Das ist es ja. Ich weiß eigentlich nicht wovor. Das Hirn spinnt. Ich bin beim Flug konzentriert, gehe alles durch und durch. Und dann kommt diese verdammte Anspannung immer stärker. Beim Sprung selbst ist dieses Gefühl weg. Auf dem Boden angekommen, spätestens Abends im Bett liege ich wieder wach. Und ich bin eigentlich nicht ein Angsthase.

Oh man.

Servus
Dante

Hallo Dante,

Klingt ganz so, als hättest du das gleiche unsinnige Dings wie ich damals (und wahrscheinlich demnächst wieder…) - die verflixte Tür-Angst. Wenn’s beim Sprung weg ist… dann ist ja in der Luft alles OK, oder?

Tja, wie wird man das los? Einerseits natürlich durch Routine, das werden viele sagen, aber wie kriegt man Routine, wenn man sich jedesmal wieder fürchtet? - Ich will Mal ein paar Dinge aufzählen, die bei mir wichtig waren. (Ich bin auch kein Psychologe / Arzt, außerdem der Meinung, dass Menschen ziemlich verschieden sind… aber vielleicht ist ja was für dich dabei.)

- Wichtig für mich war, dass ich die Ausbildung an einem Stück gemacht habe. (Und zwar buchstäblich in der Wüste, mit der Pink in Tunesien, da war weit und breit nichts als der Flugplatz, und keine Möglichkeit, früher abzureisen). Hätte ich mich von Wochenende zu Wochenende neu entschließen müssen, hätt ich den Schein nie gemacht!

- Wir hatten auch ein tolles Lehrer-Team dort. Ich weiß nicht, ob das Absicht war, aber im Nachhinein empfinde ichs als perfekte Umsetzung des Good-Cop/Bad-Cop Spielchens - es gab Menschen, die mir gut zugeredet und das Händchen gehalten haben und solche, die mich bei Gelegenheit kaltblütig aus dem Flieger geschubst haben. Ich hab echt beides gebraucht! (Danke an eventuell mitlesende Streichler und Treter!)

- Mein “Lichtmoment” war, als ich akzeptiert habe, dass ich die Angst nicht so schnell loswerde. Schwer zu erklären, aber es gab da einen Punkt, wo ich gesagt habe: “Na gut, du blöde Tante Angst, wenn du nicht verschwindest, dann springen wir halt gemeinsam aus dem Flieger!” - von da an wurde es immer leichter. Wie gesagt, bin kein Psychologe, aber ich denke, ich habe eine Menge Kraft darauf verwendet, die Angst zu unterdrücken und loswerden zu wollen - und genau das hat die Angst immer stärker gemacht. (Klingt esoterisch, ist aber nicht so gemeint)

- Noch was: Den eigenen Rhythmus zulassen… Es gab Tage, da bin ich in aller Früh auf den Flugplatz und dann nur herumgesessen. Mit jeder Load, die strahlend vor mir gelandet ist, wurde die Lust, selber zu springen, größer. Und das ist vermutlich der eigentliche Schlüssel: Die Lust muss größer sein als die Angst… wozu sollte man sonst auch springen wollen?

wink

So viel fürs erste. Hilft’s?

[edit] Ach ja, und Oskar hat eine hervorragende Frage gestellt: Angst - “WOVOR”? - Einer meiner Lehrer hat damals gesagt: “Wovor hast Du Angst, da oben ist doch in alle Richtungen kilometerweit nichts!” - war auch ein guter Satz für mich!

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Geschrieben: 09 März 2009 11:20 PM   [ Ignorieren ]   [ # 5 ]
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Hallo Dante,
schade das es Germany Skyger nicht mehr gibt, ich hatte dort einmal einen Tread eröffned wegen der Angst.
Tja, ist lange her und die Antworten waren, lang, ich glaube so um die 20 Seiten.
Für mich war es so nach meiner AFF und ca. 20 Sprüngen? das ich auch dieses Gefühl der Angst hatte.
Was tust Du hier und warum, bist Du denn doof? Ich hatte schon auf dem Weg zum Platz eine scheiß Angst.
Auf dem Platz war das Wetter doof, der Wind doof, mein Schirm war doof, zu viele Springer ... usw.
An einem super Tag, fast kein Wind, wenige Springer, kein Stress, sagte eine sehr gute AFF Lehrerin zu mir, los mach ma.
Ich suchte nach ausreden .... Sie sagte wenn Du nicht gleich angezogen bist und WIR in die Maschine steigen trett ich Dich da rein.
Tja, was soll ich sagen, WIR sind dann eingestiegen und ich hatte immer noch ne blöde Angst.
Beim Steigflug war es so, das dieses Angstgefühl wieder da war, gute inzwischen Freunde, haben mir Mut gemacht, und es war…
so etwas wie ein ... Punkt in meinem Leben ...
Was soll ich sagen, es war ein geiler Sprung und die Angst ?? Sie ist gewichen in eine Art des Respektes.
Wenn Dir also Bedenken kommen, wende Dich doch an deine Lehrer oder an eine Person der Du vertraust, frage ob Dir jemand helfen kann die Angst zu überwinden, nimm Dir erfahrene AFF Lehrer und frage, ich kann mir nicht vorstellen das jemand sagt, nöö.
Noch eins: Ich habe noch NIE erlebt das jemand der beim Exit sagt ... NEIN ... ich möchte nicht springen ... dafür negative Erlebnisse hatte.
Ich wünsch Dir .... blue skies and safe landings

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Geschrieben: 09 März 2009 11:50 PM   [ Ignorieren ]   [ # 6 ]
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Danke Leute!

Hat mir ehrlich gesagt riesig viel gebracht. Wirklich. Schon allein die Bestätigung, dass es nicht nur mir so gegangen ist. Und vor allem, dass man damit arbeiten kann und es, wie hier sehr schön gesagt, in eine Art Respekt wandeln kann.

Die Ausreden, ja, kenne ich. Das mit dem “jedes Wochenende neu entscheiden” muss ich leider tun.

Ich finde mich genau in euren Beiträgen wieder. Und eure Tipps werde ich beherzigen. Ich glaube ich probiere es noch mal. Hat ja auch (im Flug) riesig Spaß gemacht!!!

Danke für eure Ehrlichkeit! Spricht für euch.

Servus
Dante

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Geschrieben: 10 März 2009 12:05 PM   [ Ignorieren ]   [ # 7 ]
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Dante

Ich für mich habe die Erfahrung gemacht das meine Angst ziemlich unberrechenbar ist. Manchmal steige ich nach längerer Pause locker in den Flieger und manchmal mache ich schon in der Nacht vorher fast kein Auge zu. Ich kann es nicht wirklich steuern. Auf dem Weg zur DZ geht es mir manchmal so das ich überhaupt keine Vorfreude mehr habe und alles Andere was man noch so machen könnte an einem schönen sonnigen Tag, mich plötzlich viel mehr reizen würde. Ich freue mich immer die ganze Woche auf den Sprungbetrieb am Wochenende und dann einen Tag davor, verschwindet die Vorfreude manchmal und die Angst wird stärker. Trotzdem versuche ich auch in solchen Momenten dann über meinen Schatten zu springen. Auf der DZ angekommen, geht es mir meistens viel besser und ich fühle mich ok. Im Flieger drin, ist die Angst bei mir normalerweise auf einem relativ niedrigen Wert - ich bin meistens den Umständen entsprechend ruhig im Flieger. Aber auch hier kann es auch mal anders sein.

Aber ich denke, einer der Gründe wieso man Fallschirmspringer wird, ist vielleicht eben auch gerade der, dass man seine Aengste bezwingen will um danach am Abend nach dem Sprungbetrieb das stolze Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht zu kriegen.

Ich habe momentan erst um die 50 Sprünge (sehr unregelmässig gesprungen / sie verteilen sich über eine längere Phase) - trotzdem merke ich deutlich wie ich die Aengste immer einfacher in den Griff kriege. War ich bei den ersten Sprüngen auf der DZ noch so nervös das ich alle 10 min auf die Toilette ging, bin ich heute (wiederum normalerweise) wesentlich relaxter und kann rumalbern oder sowas. Ich denke in den nächsten 50 Sprüngen verbessert sich das Ganze nochmals und dann werden nervöse Nächte vor dem Sprungdienst vermutlich nur noch höchst selten vorkommen…

Das Vertrauen in Deine Fähigkeiten, in das Material usw steigt mit jedem Sprung. Negativerlebnisse schmeissen einen wieder 2 Schritte oder mehr zurück…aber insofern die Positiven überwiegen, gehts schritt für schritt vorwärts.

Viel Glück beim überwinden der Aengste.

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Geschrieben: 10 März 2009 11:09 PM   [ Ignorieren ]   [ # 8 ]
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Servus Dante,

Ich habe meine AFF-Ausbildung, wie du, 2008 begonnen und habe vor Kurzem meine Lizenz bekommen.

Normalerweise bin ich kein ängstlicher Mensch, im Gegenteil, Stress- und Extremsituationen lassen mich eigentlich völlig kalt und aus der Fassung bringt mich so gut wie nichts.

Doch bis zu meinem 9. Sprung (also die 7AFF- und 2Solosprünge), hatte ich vor und während des Steigflugs wirklich wahnsinnige Angst. Schon auf der Fahrt zum Flugplatz war ich mehrmals kurz davor umzudrehen. Immer dieser “Was mach ich eigentlich für nen bescheuerten Blödsinn hier?”-Gedanke. Im Flieger dann: Schweißausbrüche, Panik, absolute Blockade im Hirn, hab nur noch wie mechanisch auf Kommandos meiner Lehrer reagiert. Ich konnte weder zu Tür oder zum Fenster rausschaun noch andere Leute vor mir Springen sehn, das wäre der absolute Horror gewesen.

Sobald ich dann in der Luft lag war Alles gut, absolutes Hochgefühl, konnte mich auf meine Aufgaben konzentrieren, keine Probleme mehr….
Bis kurz vor dem nächsten Sprung…

Bei meinem 10.Sprung (2.Solo) war alle Angst auf einmal einfach weg und zwar komplett. Kein Problem mehr mit der offennen Tür, konnte rausschaun, runterschaun, mir beim Exit Zeit lassen etc… Als wäre nie etwas gewesen… total komisch aber ein ungemein geiles Gefühl!

Seitdem ist die Angst, auch nach längeren Pausen jetzt im Winter, nicht wiedergekehrt, habe inzwischen knapp 30Sprünge.

Geholfen hat mir während meiner “Panikphase” auf alle Fälle der Kontakt zu meinen AFF-Mitschülern, die Fahrgemeinschaft mit einem AFF-Kumpel und mein Lehrer. Mein Lehrer hatte eine absolut ruhige, fast gelangweilte Art vor jedem Sprung, als würde er gleich einschlafen, so als würde er nicht gleich ins Flugzeug steigen um rauszuspringen sondern als würde er um 10Uhr abends auf der Couch liegen und eine Schach-WM anschaun. Fand ich absolut witzig und war in meiner Sitzation genau das Richtige.

Ich selbst habe mir immer das feste Ziel gesetzt: Wenn gar nichts mehr geht, wenn es mir zuviel wird, wenn mich meine Angst so lähmt dass sie gefährlich wird dann lass ichs einfach sein. Aber Gott-Sei-Dank kams nicht soweit grin

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen weil wir uns so ziemlich in gleichen Situation befinden/befanden.
Kannst mich gerne anschreiben wenn du noch paar Infos/Hilfe brauchst.

Gruss
Mike

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Geschrieben: 22 März 2009 08:40 PM   [ Ignorieren ]   [ # 9 ]
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Hatte am Wochenende meinen ersten neuen Sprung. Ich glaub ich habs überwunden. Zumindest für die nächste Zeit. Hat Spaß gemacht. Danke Leute für eure Hilfe und Infos. Hat mir wirklich viel gebracht. Dachte bisher immer, dass ich der einzige Verrückte wäre und das kein “normales” Problem ist.


Dafür ganz viel: DANKE!!!

Servus
Dante

P.S.: grin Juhuu!!!! grin

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Geschrieben: 22 März 2009 11:16 PM   [ Ignorieren ]   [ # 10 ]
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Ein wahrlich guter Schritt grin

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Geschrieben: 23 März 2009 12:49 AM   [ Ignorieren ]   [ # 11 ]
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Super!  :jump:

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