dante - 09 März 2009 07:15 PM
Das ist es ja. Ich weiß eigentlich nicht wovor. Das Hirn spinnt. Ich bin beim Flug konzentriert, gehe alles durch und durch. Und dann kommt diese verdammte Anspannung immer stärker. Beim Sprung selbst ist dieses Gefühl weg. Auf dem Boden angekommen, spätestens Abends im Bett liege ich wieder wach. Und ich bin eigentlich nicht ein Angsthase.
Oh man.
Servus
Dante
Hallo Dante,
Klingt ganz so, als hättest du das gleiche unsinnige Dings wie ich damals (und wahrscheinlich demnächst wieder…) - die verflixte Tür-Angst. Wenn’s beim Sprung weg ist… dann ist ja in der Luft alles OK, oder?
Tja, wie wird man das los? Einerseits natürlich durch Routine, das werden viele sagen, aber wie kriegt man Routine, wenn man sich jedesmal wieder fürchtet? - Ich will Mal ein paar Dinge aufzählen, die bei mir wichtig waren. (Ich bin auch kein Psychologe / Arzt, außerdem der Meinung, dass Menschen ziemlich verschieden sind… aber vielleicht ist ja was für dich dabei.)
- Wichtig für mich war, dass ich die Ausbildung an einem Stück gemacht habe. (Und zwar buchstäblich in der Wüste, mit der Pink in Tunesien, da war weit und breit nichts als der Flugplatz, und keine Möglichkeit, früher abzureisen). Hätte ich mich von Wochenende zu Wochenende neu entschließen müssen, hätt ich den Schein nie gemacht!
- Wir hatten auch ein tolles Lehrer-Team dort. Ich weiß nicht, ob das Absicht war, aber im Nachhinein empfinde ichs als perfekte Umsetzung des Good-Cop/Bad-Cop Spielchens - es gab Menschen, die mir gut zugeredet und das Händchen gehalten haben und solche, die mich bei Gelegenheit kaltblütig aus dem Flieger geschubst haben. Ich hab echt beides gebraucht! (Danke an eventuell mitlesende Streichler und Treter!)
- Mein “Lichtmoment” war, als ich akzeptiert habe, dass ich die Angst nicht so schnell loswerde. Schwer zu erklären, aber es gab da einen Punkt, wo ich gesagt habe: “Na gut, du blöde Tante Angst, wenn du nicht verschwindest, dann springen wir halt gemeinsam aus dem Flieger!” - von da an wurde es immer leichter. Wie gesagt, bin kein Psychologe, aber ich denke, ich habe eine Menge Kraft darauf verwendet, die Angst zu unterdrücken und loswerden zu wollen - und genau das hat die Angst immer stärker gemacht. (Klingt esoterisch, ist aber nicht so gemeint)
- Noch was: Den eigenen Rhythmus zulassen… Es gab Tage, da bin ich in aller Früh auf den Flugplatz und dann nur herumgesessen. Mit jeder Load, die strahlend vor mir gelandet ist, wurde die Lust, selber zu springen, größer. Und das ist vermutlich der eigentliche Schlüssel: Die Lust muss größer sein als die Angst… wozu sollte man sonst auch springen wollen?

So viel fürs erste. Hilft’s?
[edit] Ach ja, und Oskar hat eine hervorragende Frage gestellt: Angst - “WOVOR”? - Einer meiner Lehrer hat damals gesagt: “Wovor hast Du Angst, da oben ist doch in alle Richtungen kilometerweit nichts!” - war auch ein guter Satz für mich!